Auf einer Insel im Himalaya

Nach einigen ruhigen Tagen und Rucksack umpacken starteten wir von Namche wieder in die Höhe. Da wir von Gokyo bereits an die Höhe gewöhnt waren, konnten wir in zwei Tagen nach Chukhung am Fusse des Island Peaks (Imja Tse, 6189m.ü.M.) aufsteigen. 

In Chukhung hatten wir einige Tage Zeit um die Gegend zu erkunden. Wir bestiegen unter anderem den Chukhung Ri, einen weiteren Aussichtsgipfel der Everest-Region. Der Achttausender Lhotse war zum Greifen nah und für einmal war auch das Wetter gut. Die letzten Tage waren nämlich bewölkt und Susanne hatte einen Husten als Gokyo-Souvenir mitgenommen. Von daher machten wir jeweils ruhige Nachmittage.

Am dritten Tag in Chukhung kam Da Kipa Sherpa. Bereits zuhause haben wir uns entschieden den Island Peak zu besteigen und haben dies mit der Agentur Peak Promotion organisiert. Da Kipa Sherpa war unser Climbing-Guide und hat alle namhaften Himalaya-Gipfel (Everest, Lhotse, Ama Dablam, …) bereits mehrfach bestiegen. In der Lodge konnten wir das fehlende Klettermaterial mieten und zusammen mit Da Kipa bereiteten wir uns auf den Berg vor. 

Am Tag darauf liefen wir durch den Schnee zum Island Peak Base Camp. Wir konnten in einem der gelben Zelte schlafen und wurden bestens verpflegt. Am Nachmittag übten wir die Fixseil-Handhabung im Base Camp.

Nach einem frühen Nachtessen verkrochen wir uns in die neu gekauften warmen Expeditions-Schlafsäcke und hatten bis zum Aufstehen um Mitternacht mehr oder weniger Schlaf. Nach einem Porridge und dem Zusammenpacken waren wir bald bereit um den Island Peak in Angriff zu nehmen. Im Licht der Stirnlampen stiegen wir immer höher. Da Kipa legte ein gutes Tempo vor und wir kamen rasch vorwärts. Schneller als erwartet waren wir am Crampon Point (5800m.ü.M.) vor dem Gletscher. Hier wurden die Steigeisen montiert und wir liefen im Schein unserer Stirnlampen durch die bizarre Gletscherlandschaft. Ganz zum Schluss erwartete uns eine ca. 50-60 Grad steile Firn-/Gletscherflanke, die verdient werden musste. Mithilfe der Jumars (Steigklemmen) kamen wir langsam dem Gipfel immer näher

Um 06:15 waren wir die Ersten auf dem Gipfel. Oben angekommen machten wir nur schnell Gipfelfotos, bevor wir die steile Gipfelflanke wieder abseilten. Die Eiseskälte und der starke Wind lud nicht zum Verweilen ein. Da Kipa legte auch im Abstieg ein rasches Tempo vor und wir kreuzten viele Bergsteiger im Aufstieg. 

Bereits um 09:00 Uhr waren wir wieder im Base Camp und am Mittag in Chukhung. Unser Climbing Guide Da Kipa hat seine Aufgabe super gemacht, wir fühlten uns immer sicher und schauen trotz Wind und Kälte auf ein grossartiges Gipfelerlebnis zurück.

In Chukhung stiessen wir am Abend zusammen mit Da Kipa mit einer nepalesischen Flasche Rotwein auf den Island Peak an. 

Am Tag darauf ging es für uns wieder talauswärts, Da Kipa hat spontan eine zweite Island-Peak-Besteigung angenommen. Nach dem Island Peak Base Camp besuchten wir das Ama Dablam Base Camp. Da waren wir vor drei Jahren schon. Damals stand noch kein einziges Zelt. Nun war die Fläche übersät mit Expeditionszelten. Da tummelt sich manch einer am Berg.

Wir sind inzwischen zurück in Namche, geniessen nach dem Schnee die wärmeren Temperaturen, Internetverbindung und den Schoggi-Cake. In den nächsten Tagen fliegen wir von Lukla weg und planen die verbleibenden zwei Wochen im Flachland Nepals zu verbringen. 

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